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Die Kritiker hatte die Band endgültig gewonnen, ihre deutschen Fans jedoch nahmen von dem Album seinerzeit weniger Notiz. Das neue Label tat sich schwer, den Stil von INVISIBLE LIMITS überzeugt und klar zu vertreten. Ein Dance-Remix von „Violence“ wurde umbenannt in „La Violencia“, aus INVISIBLE LIMITS wurde für dieses Projekt Invisible 2. In Deutsch- land war diese Produktion nicht sehr erfolgreich.
Entnervt von aussagefreien Radiointerviews und den vielen zermürbenden Diskussionen mit ihrem Management zogen Marion und Andreas Küchenmeister nach einer enttäuschend verlaufenden Violence-Tour endgültig die Notbremse: Sie kündigten alle Verträge und stimmten neuen Angeboten nicht mehr zu. Damit war INVISIBLE LIMITS wieder frei von der Plattenindustrie. In Deutschland zogen sie sich musikalisch nach und nach völlig zurück. Eine Auszeit sollte es sein, aber gleichzeitig öffnete sich eine neue Tür, die sie weit über ihre Grenzen hinausführte.
Ein argentinisches Label hatte die Rechte an „Violence“ für ganz Südamerika gekauft. Damit nicht genug, die Gouchos machten ernst: Das Album wurde mitsamt dem Remix „La Violencia“ zeitgleich in Argen- tinien, Chile und Urugay veröffentlicht.  Die CD lief rauf und runter auf allen Radiosendern, und ausgerechnet „La Violencia“ landete beim argentinischen Radio-Marktführer Energy 101 innerhalb weniger Wochen auf Platz 4 der Dance-Charts. Im November 1994 flogen Marion und Andreas für ein paar Interviews und Live- Auftritten nach Argentinien. In Buenos Aires aber wurden INVISIBLE LIMITS von Radiostation zu Radiostation und von einem Fernsehstudio zum anderen weitergereicht. Eine Präsentation in Argentiniens beliebtester TV-Show „360“ machte Marion und Andreas mit einem Schlag zu Pop- stars. Sie gaben Pressekonferenzen vor mehr als 150 Journalisten aus ganz Argentinien, dinierten mit der einheimischen Prominenz und wurden von den Fans auf der Straße verfolgt. Ihr Konzert in der Großraumdiskothek „Block“ in La Plata wurde live on TV übertragen. Eine Interview-Tour entlang der weitläufigen Atlantikküste Argentiniens bleibt den beiden Musikern unvergessen, sie waren zu Gast in bunten Spiel-Shows und gaben Interviews in Einkaufszentren bei weihnachtlicher hochsommerlicher Atmosphäre. Sie reisten über die Anden nach Chile, um bei dem berühmtesten Musik-Festival Südamerikas in Viña del Mar dabeizusein. Nach den frustrierenden Erfahrungen, die sie zuvor in Deutschland mit dem Musikgeschäft gemacht hatten, erschien diese Zeit in Südamerika wie eine andere Welt, voller neuer Erfahrungen, Eindrücken und Inspiration.
1996 wurde es endgültig still um INVISIBLE LIMITS, Marion und Andreas zogen sich nun völlig aus der Öffentlichkeit zurück. Beide involvierten sich jedoch in kleinere Projekte, Andreas übernahm hin und wieder einige Studioproduktionen. Seine musikalische Interpretation des Gedichts von Paul Celan „Todesfuge“ diente als Lehrmaterial für den Deutschunterricht an einem französischen Gymnasium. Marion probierte sich mit viel Spaß in verschiedenen Bands und neuen Musikstilen. Zusammen schrieben sie aber weiterhin neue Songs wie „Angel“ und „The Misfit“, Grundsteine für ein neues Album.
Das Jahr 2000 sollte die Dinge wieder ändern. Darrin Huss - Psyche - Macher und langjähriger Freund der LIMITS – lud Marion und Andreas zu einer gemeinsamen Blitztour durch Deutschland ein. Auf der „Legend United“ – Tour standen INVISIBLE LIMITS zum ersten Mal nach 6 Jahren wieder auf deutschen Bühnen. Zahlreiche Einladungen zu Konzerten folgten. So spielte die Band im Jahre 2000 zum ersten Mal in Schweden, wo INVISIBLE LIMITS schon immer fest zur europäischen Elektroszene gehörte. Bei ihren Fans meldeten sie sich mit einer persönlichen Homepage zurück und staunten nicht schlecht: Zahlreiche E-Mails und Feedbacks zeugten davon, dass die Musik von INVISIBLE LIMITS über die Jahre nie ver- gessen wurde, ganz im Gegenteil: Inzwischen hatte sich eine Art Kult um die Band entwickelt, die Gothic-Szene hatte sich etabliert und mit ihr waren ihre Songs legendär geworden. INVISIBLE LIMITS werden inzwischen in einem Atemzug mit Anne Clark, Joy Division, The Cure, Depeche Mode, oder Killing Joke genannt: eben diesen alten Helden aus ihrer Anfangszeit. Und neue junge Bands aus dem Wave-Elektropop-Genre mit weiblichem Gesang wurden häufig mit INVISIBLE LIMITS verglichen. Eine Entwicklung, die Marion und Andreas heute noch sprachlos zur Kenntnis nehmen. Das Internet brachte die Band auch wieder mit der Musikwelt in Kontakt und so erfuhren die Musiker auch von Veröffentlichungen ihrer eigenen Musik, die ihnen bis dahin unbekannt blieben.
Das alte Label beispielsweise veröffentlichte zeitgleich mit den neuen Aktivitäten 2000 die „Limited Box“, eine Sammlung aller vier Studioalben von INVISIBLE LIMITS sowie einer Bonus-Remix-CD, die sich bis heute gut verkauft.
Ein Jahr zuvor war in Spanien ein Best of-Album mit dem Titel „History – The Best“ erschienen, das viele alte Songs enthielt, besonders aber auch die Songs von Violence verbreitete. Die Popularität von INVISIBLE LIMITS in Spanien war damit ungebrochen und im Jahre 2001 spielte die Band zum ersten Mal wieder in neuer Formation u. a. in Barcelona und Madrid in ausverkauften Hallen. „Golden Dreams“ und „Natalie´s“ waren inzwischen rund 40.000-mal verkauft und unzählige Male für verschiedene Sampler ausgekoppelt worden. Inzwischen ist Spanien für Marion und Andreas eine zweite musikalische Heimat geworden. Ebenfalls im Jahr 2001 steuerte INVISIBLE LIMITS für das in den USA erschienene New Order-Cover-Album „True Faith“ ihre Version von „Temptation“ bei (aus: The final Album).
Eines der letzten INVISIBLE LIMITS – Konzerte gab es in Leipzig: 2003 spielte die Band auf dem legendären Wave Gotik Festival das erste und auch das letze Mal. Die inzwischen älteren und auch die jungen Fans waren sich einig. Wieder einmal zeigte sich, dass die faszinierende Kraft der LIMITS-Songs bis heute auch in Deutschland wirksam ist. Während die Kritiker seinerzeit häufig die „fehlende Schublade“ und den nicht eindeutigen Stil des LIMITS-Sounds bemängelten, stellt sich jedoch heute heraus, dass gerade diese Einzigartigkeit Songs wie „Golden Dreams“, „Thoughts“ oder „Natalie´s“ zeitlos aktuell macht. Heute, nach zwei Jahrzenten sind INVISIBLE LIMITS–Werke noch immer Bestandteil der Playlists vieler 80ies-Wave-Parties im ganzen Land.
Ein guter Zeitpunkt, sich von dem Projekt INVISIBLE LIMITS zu verabschieden und den Kreis nach genau 20 Jahren zu schließen. Marion und Andreas beschlossen, die Band Ende 2005 endgültig aufzulösen. Ihr Abschiedskonzert im Bochumer Club “Zwischenfall” setzte einen unvergesslichen Schlusspunkt. Mit Wegbegleitern aus der ersten Stunde wie Thomas Lüdke, Ralf Schauf und Juergen Jaeger jun. verabschiedete sich INVISIBLE LIMITS von den Fans.
Das letzte Album - The final Album - enthält die zuletzt geschriebenen Songs von Marion und Andreas, die bis dahin nur online erhältlich waren. Die große Nachfrage und das durchweg positive Feedback ihrer Fans jedoch gaben den Anstoss, die CD selbst zu produzieren und eine kleine limitierte Auflage herzustellen. Bis heute verkauft sich “The final Album” stetig über den Online-Shop der Band, so dass inzwischen eine weitere Auflage fertig ist.
Musik von Marion und Andreas Küchenmeister wird es aber auch in Zukunft geben. Marion arbeitet unter dem Projektnamen Aseema bereits an einem Soloalbum. Andreas arbeitet mit Freunden im Studio an neuen Projekten.
INVISIBLE LIMITS-Fans dürfen also gespannt in die Zukunft blicken getreu einer damaligen Prognose des Melody Makers über die Band:
„There´ll be no stopping them, sexy and no mistake.”

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